Kaldenkirchen
Kaldenkirchen wurde 1206 erstmals erwähnt und als Kaldenkirchen Superius bezeichnet. Es lag an der nordwestlichen Spitze des Herzogtums Jülich und gehörte zum Amt Brüggen.
Erst im 19. Jahrhundert (1856) wurde Kaldenkirchen nominell zur Stadt erhoben, hatte aber schon mindestens seit dem späten 16. Jahrhundert stadtähnlichen Charakter.
Um 1800 war Kaldenkirchen noch ein Ort mit vorwiegend Kleingewerbe und Landwirtschaft. Seit dem späten 19. Jahrhundert nimmt die tonverarbeitende Industrie und der Tonabbau eine herausragende Stellung ein. Ein erheblicher Teil der arbeitenden Bevölkerung in Kaldenkirchen war in den Dachziegeleien ("Panneschoppen") beschäftigt.
Einen eigenen Boom erlebte die Zigarren- und Tabakindustrie. Günstig für diese Entwicklung war wohl die verkehrsgünstige Lage zum Rohtabakeinfuhrland Holland. Das wirtschaftliche Leben der Stadt im 19. und 20. Jahrhundert war im wesentlichen von seiner Grenzlage her bestimmt.
Die beherrschend in der Mitte des Orte liegende katholische Pfarrkirche, ein dreischiffiger neugotischer Hallenbau, übernahm von ihrer spätgotischen Vorgängerin nur den quadratischen Westturm mit sparsamer Spitzbogengliederung.
Die Kirche war früher nicht nur Pfarr-, sondern auch Klosterkirche für zwei östlich der Kirche gelegene Klöster. Hinter der romanisierenden Pfarrhausfassade von 1844 verbirgt sich das Mönchshaus des Brigittiner-Doppelklosters Maria Frucht. Das Frauenkloster lag nördlich des Kirchenchores und ist in wesentlichen Teilen seiner Bausubstanz ebenfalls erhalten.
Es bildete sich eine kleine reformierte Gemeinde. Diese konfessionelle Minderheit erbaute 1672 eine Kirche, die von der Straße nicht sichtbar ist. Sie liegt versteckt hinter dem Pfarrhaus. Ein kleiner Innenhof befindet sich zwischen diesen Gebäuden, ein enger Gang erlaubt den stadtseitigen Zugang. Die Kirche gehört somit zu dem Typ der Hofkirchen. Die Gemeinde gehört heute zur Evangelischen Kirche im Rheinland
1873 errichtete die jüdische Gemeinde eine Synagoge, die 1938 im Novemberpogrom geschändet wurde. Die heutige Straßenbezeichnung Synagogenstraße erinnert an das Gebäude.
Sehenswürdigkeiten
- Die katholische Pfarrkirche
- Das Mönchshaus
- Die evangelische Hofkirche
- Das ehemalige Hauptzollamt, ein großer zweigeschossiger Putzbau aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts wurde in den 70er Jahren restauriert.
- In einem zentrumsnah gelegenen Garten hat sich ein Gartenpavillon aus dem 18. Jahrhundert erhalten, eine zierliche Erholungsarchitektur von hohem künstlerischen Wert.
Wappen:
Das 1903 genehmigte Wappen der Stadt Kaldenkirchen zeigt den Anker als Attribut des Kirchenpatrons St. Clemens aus dem Gemeindesiegel des 17. Jahrhunderts und die Fahne aus dem Siegel der Dingbank von Bracht und Kaldenkirchen aus dem 15. Jahrhundert.
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