Schaag - Nettetal / Kreis Viersen
kath. Pfarrkirche St. Anna
Schaager Mühle
Schaager Erkennungszeichen

Schaag

Die Geschichte Schaags (s'haag = lichte Waldung) entspricht in weiten Bereichen auch der Geschichte Breyells. Dennoch steht fest, dass sich die Schaager nie als Breyeller bezeichneten und dass sie sich stets um Freiheit und Unabhängigkeit vom Nachbarort bemühten.

Als im Jahre 1802 die Kapellengemeinde zur selbständigen Pfarre erhoben wurde, fühlten die Schaager sich endlich frei. Doch die ebenfalls immer wieder angestrebte politische Selbständigkeit konnte erst 1995 mit der Erhebung zum 6. gleichberechtigten Stadtteil der Stadt Nettetal erreicht werden.


Schaag ist ein ländlich geprägtes Dorf inmitten von kleineren Waldgebieten zwischen Mühlenbach und Nette. Im 19./20. Jahrhundert entwickelte sich aus der Landwirtschaft heraus eine kleine Industrie wie Gerbereien, Lederverarbeitung, Tierkörperverwertung, eine Brauerei, Zigarrenfabrikation, eine Strumpffabrik und ein bedeutender Käsehandel.

Nach dem Krieg wuchs die Bevölkerung durch die Ansiedlung von Heimatvertriebenen z.B. im Sonnendyck und im Kreuzgarten. Ihren Namen erhielt diese Sektion von einer Wallfahrtsstätte, die von den Schaagern aus Dankbarkeit dafür errichtet wurde, dass sie nicht so sehr unter dem letzten Weltkrieg leiden mussten.

Das heutige Ortsbild prägen renommierte Automobilgeschäfte, handwerkliche Betriebe und immer noch die Landwirtschaft.
(Quelle: Heinz Huber / IG Schaager Kreis)

Schaag ist kein kleines geschlossenes Dorf. Die zum Dorf gehörenden Wohngebiete, auch Honschaften oder Sektionen genannt, liegen zerstreut auf einer Fläche von ca. vier Quadratkilometern. Bis 1970 gehörte Schaag zu Breyell. Danach gehörte es mit Breyell zu der neu gebildeten Stadt Nettetal. Heute ist Schaag der sechste Stadtteil Nettetals.Schaag wird heute aber immer noch als ein Teil von Breyell akzeptiert.

Geschichte und Wirtschaft

Die Geschichte Schaags ist, da die Gemeinde lange Zeit zu Breyell gehörte, mit der dortigen nahezu identisch. Erst 1802 wurde die damalige Kapellengemeinde zur selbständigen Pfarre erhoben. Politisch selbständig wurde sie jedoch erst 1995 mit der Erhebung zum 6. gleichberechtigten Stadtteil der Stadt Nettetal.

Im 19. und 20. Jahrhundert entstand neben der Landwirtschaft eine bescheidene Industrie. Einige Gerbereien, ein lederverarbeitender Betrieb, eine Tierkörperverwertungsfabrik, eine Brauerei sowie Zigarrenfabrikation, eine Strumpffabrik und ein größerer Käsehandel siedelten sich an. In der Zeit nach dem 2. Weltkrieg kamen zahlreiche Heimatvertriebene nach Schaag und besiedelten die neu ausgewiesenen Baugebiete.

Namen und Bedeutung der Wohngebiete

Während die Straßennamen ziemlich neu sind, benannt nach Orten, Personen oder Sachen, sind die Namen der Wohngebiete alt. Im folgenden nun die Bedeutung der einzelnen Namen:

  • Schaag, der alte Name für die Dorfmitte, ist entstanden aus Hag oder Haag, einem alten Wort für Hecke, Busch oder Wäldchen.
  • Steinkoul, ein alter Name für Schaag, ist heute nicht mehr gebräuchlich. Wo heute der Hubertusplatz ist (Marktplatz), war früher eine Kuhle, eine Grube, in der Lehm gegraben wurde, um Ziegelsteine daraus zu brennen.
  • Rieth liegt ziemlich niedrig und war früher wohl sumpfig. Dort wuchs Ried und Schilf.
  • Bruckrath lässt darauf schließen, dass dort früher Bruchwald wuchs, der gerodet wurde. Die Endung "-rath" finden man in vielen Ortsnamen. Sie bedeutet Rodung.
  • Rahe hat dieselbe Bedeutung.
  • Pasch geht auf das mundartliche Wort "Pääsch" zurück. Es bedeutet Busch oder Wald.
  • Furth liegt an einer Stelle, an der früher der Weg nach Bracht durch eine flache Stelle, eine Furt, durch den Bach führte.
  • Speck ist wahrscheinlich von dem lateinischen Wort "spectare" = sehen abgeleitet. Denn von hier aus kann man gut nach Breyell und ins Nettetal sehen.
  • Sonnendyck will sagen, dass dort das Gelände zur Mittagssonne (nach Süden) wie ein Deich sanft abfällt. Dadurch können die Sonnenstrahlen hier besonders wirksam werden. Der Boden ist im Frühjahr schneller trocken und warm.
  • Der Kreuzgarten, eine Andachtsstätte im Bereich eines gesprengten Bunkers, wurde nach dem 2. Weltkrieg angelegt.
  • Das heutige Wohngebiet "Am Kreuzgarten" hieß früher Bullen; das kommt von Bühl = Berg. Denn wie in Sonnendyck steigt dort das Gelände von der Nette her leicht an.

Wappen:

Da der Stadtteil zu keinem Zeitpunkt eine eigenständige Gemeinde bzw. Stadt gewesen ist, verfügt Schaag nicht über ein Wappen. Auf Anregung der Interessengemeinschaft "Schaager Kreis" wurde ein Erkennungszeichen entworfen, das der Identifikation der Bürger mit ihrem Ort dienen soll.
Das Erkennungszeichen zeigt in der oberen Hälfte die Figur der heiligen Mutter Anna aus der Pfarrkirche. Den Hintergrund bildet ein Baum, der den Bezug zur Entstehung des Namens Schaag (s'haag = lichte Waldung) herstellt. Den unteren Teil füllt die Seerose aus, als Zeichen der Zugehörigkeit zur Stadt Nettetal.

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